Blauer Salon

 

Der "Blaue Salon" ist eine monatliche Veranstaltung an einem Freitag um 17.00 Uhr mit wechselnden Themen in den Gemeinderäumen der Kreuzkirche, Hohenzollerndamm 130a, oder auch im Gemeindesaal, Eingang Forckenbeckstraße.

Es freuten sich auf Sie Fanni Fritsch und Karin Regierer!


Freitag, 16. Februar, 17:00 Uhr: Der Blaue Salon - "Die Nacht zu Worms"

im Großen Saal (Eingang Forckenbeckstrasse)

1521. Kaiser Karl V., Herrscher über das Heilige Römische Reich Deutscher Nation und mächtigster Mann seiner Zeit, ist ratlos. Sein Europa droht zu zerbrechen. Bedrängt wird es von nationalen Egoismen, dem Machtstreben und der Gier Einzelner, vom Verlust der Autorität der Kirche und der Angst vor dem Islam; Süleyman der Prächtige ist unaufhaltsam auf dem Vormarsch.

Besonders dramatisch ist die Lage in Deutschland. Aufruhr erschüttert das Land, Unzufriedenheit herrscht aller Orten, Anarchie bedroht die bestehende Ordnung. Was eben noch fest gefügt schien, zerrinnt dem Herrscher zwischen den Fingern. Was kann Karl tun, um den Niedergang Europas aufzuhalten?

500 Jahre später ist die Lage kaum anders. Die Einheit Europas steht infrage, Deutschland erscheint unregierbar und es sind nicht allein wirtschaftliche Fragen, die ihre Schatten werfen. Unzufriedenheit trübt die Stimmung im Land. Die Herrschenden sind ratlos.

Die Nacht zu Worms stellt die Frage, was die Menschen bewegt, was sie auf die Straße und in die Arme von Populisten treibt. Das Drama lotet aus, was die Herrschenden und was wir alle tun können, nachdem das Heilsversprechen der Globalisierung uns in die Sackgasse geführt hat. Was bleibt uns, wenn der Individualismus das Ende der Ich-Fahnenstange erreicht  hat und welche Werte stellen wir dem gegenüber?

Die Antworten, die das Stück findet, sind unbequem.

Die Nacht zu Worms zeigt, was eine Zeitenwende mit den Menschen macht, damals wie heute, und entwirft eine Vision, um das Auseinanderbrechen der Gesellschaft zu verhindern.

Freuen Sie sich auf Christian Schramm und den Blauen Salon.


Freitag, 16. März, 17:00 Uhr,: Der blaue Salon - „Lenz"
– eine berühmte Erzählung von Georg Büchner,
gespielt und vorgetragen von Christian Schaefer

im Großen Saal (Eingang Forckenbeckstrasse)

Georg Büchner schrieb diese berühmte Erzählung "Lenz" über Goethes einstigen Freund und Rivalen. Ihm stand ein gänzlich anderes Schicksal bevor als seinem berühmten Kollegen.

Diese Erzählung hat Christian Schaefer umgesetzt  in ein Schauspiel der besonderen Art. Er nimmt die Zuschauer mit in die äußere und innere Welt des jungen Dichters Lenz, an die verschiedenen Schauplätze und zu den bedeutsamen Ereignissen, die von dem jungen Dichter Büchner erkundet und anrührend beschrieben wurden.

"Den 20. ging Lenz durch`s Gebirg...", so beginnt es. Es sind die Vogesen, ein Mittelgebirge. Landschaft und Natur sind sehr schön. Aber er fühlt sich bedroht und unverstanden, ein andermal entzückt und dankbar. Ein Pfarrer nimmt ihn in Obhut. Was alles geschah, hat der Pfarrer in sein Tagebuch notiert. Georg Büchner schöpfte aus dieser Quelle.

Die Geschichte öffnet Augen, sie weckt Mitgefühl und Interesse für einen Menschen, der von seiner Umwelt Geduld und Verständnis benötigt und sie verführt zu Erinnerungen und Beobachtungen eigener Erlebnisse und Erfahrungen. Und es ist eine unheimlich tröstende "Flut der Bilder" und "Musik der Worte".

Jakob Michael Reinhold Lenz wurde 1751 in Seßwegen, Livland, geboren und starb 1792 in Moskau. Georg Büchner wurde 1813 in Goddelau, Hessen, geboren und starb 1837 in Zürich. Er schrieb seine Erzählung um 1835. Christian Schaefer ist Jahrgang 1979. Er studierte an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin.